Sonntag, 20. Dezember 2009

Babystudie zu Gefahren

Gegenstände, die direkt auf uns zukommen, erzeugen auf der Retina des Auges ein sich ständig vergrößerndes Bild. Dabei werden nicht bloß Informationen weitergeleitet, sondern auch Stimuli aktiviert, die diese als drohende Gefahr erkennen lassen. Bei Erwachsenen rufen die
Stimuli Wellen der Neuronenaktivität in der Sehrinde hervor. Um den Effekt bei Babys zu untersuchen, setzten die Forscher die Babys vor einen großen Bildschirm, der einen sich stets vergrößernden, mehrfarbigen Punkt zeigte, der mit verschiedenen Geschwindigkeiten
direkt auf die Babys zukam. Gleichzeitig beobachtete ein Gerät zur Elektroenzephalographie (EEG) mit hoher Sensorendichte die Aktivität des Gehirns, wie auch die Blickrichtung beider Augen aufgezeichnet wurde.

Eine Aktivität in der Sehrinde konnten die Forscher bei allen untersuchten Altersstufen feststellen, wie auch äußere Reaktionen deutlich waren. "Schon kleine Babys blinzelten, pressten die Köpfe zurück oder begannen sogar zu weinen, wobei in diesen Fällen der Versuch natürlich unterbrochen wurde", so van der Weel. Dennoch zeigten sich deutliche Unterschiede nach den Lebensmonaten. "Mit fünf Monaten zeigten die Sehrinden der Babys auf alle Geschwindigkeit des Näherkommens die stärkste Abwehrreaktion, und brauchen dafür länger.
Je älter sie sind, desto besser und schneller können sie die Gefahr differenzieren." Schließen könne man auf die Weiterentwicklung neuronaler Netze, die drohende Kollisionen detailliert registrieren lassen. Dieser Vorgang geschieht im Alter von rund acht Monaten, da die Forscher im Gehirn dieser Babys ein Zwischenstadium feststellen konnten.

"Gefahrenerkennung beginnt mit dem Krabbeln", so die Vermutung des norwegischen Forschers. Kinder brauchten diese Fähigkeit somit erst dann, wenn sie ihre Fortbewegung aktiv kontrollieren können. Für die Erziehung bedeute diese Erkenntnis, dass man auf spielerische Weise Babys schon früh mit Bewegungsreizen auseinandersetzen sollte, da dies die Ausbildung neuronale Netzwerke fördere.

Montag, 30. November 2009

Baby ist viel klüger als angenommen

Im Alter von sechs Monaten können die meisten Babys sich kaum allein aufsetzen, krabbeln, gehen oder gar sprechen. Laut einer Studie der Yale University sind sie aber sehr wohl in der Lage einzuschätzen, mit welchen Absichten ihnen jemand entgegentritt! Sie können beurteilen, wer ihnen wahrscheinlich freundlich oder eher ablehnend gegenübersteht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Kinder die Fähigkeit zu sozialen Einschätzungen in den ersten Lebensmonaten erwerben. Laut einem Bericht des Fachmagazins Nature stelle die früh erworbene Fähigkeit die Grundlage für moralische Überlegungen und Handlungen im späteren Leben dar.
Es ist ein Lernen, dass vor der Sprache und vor dem direkten Lernen kommt. Wissenschafter glauben nicht, dass Babys bereits eine Moralvorstellung haben. Es scheint jedoch ein entscheidender Teil des Moralgefühls zu sein, ein positives Gefühl bei jenen Menschen zu haben, die einem Gutes tun und ein schlechtes bei jenen, die einem nicht gut tun. Wie alle sozialen Wesen können Menschen andere sehr rasch basierend auf ihrem Verhalten beurteilen. Die Ursprünge dieses Verhaltens sind jedoch noch nicht sehr gut erforscht.

Forscher führten Experimente durch um festzustellen, ob Babys im Alter von sechs und zehn Monaten in der Lage sind, das Verhalten anderer zu beurteilen. Den Kindern wurde Holzspielzeug mit verschiedenen Formen gezeigt. Die Babys saßen dabei auf dem Schoß der Eltern. Ihnen wurde eine Figur gezeigt, die versucht einen Hügel zu besteigen. Sie wurde von einer weiteren Figur entweder dabei unterstützt oder behindert. Nachdem dieses Spiel mehrfach wiederholt wurde, konnten sich die Kinder für einen der beiden Charaktere entscheiden. Alle zwölf sechs Monate alten Kinder entschieden sich für die helfende Figur. 14 der 16 zehn Monate alten Babys wählten ebenfalls diese Figur. In weiteren Experimenten wurden andere Erklärungen für dieses Verhalten ausgeschlossen.

Freitag, 25. September 2009

Babys erkennen Gefahren im Voraus

Krabbeln ist Startschuß für bestimmte Ausprägungen der Sehrinde

Mit rund acht Monaten beginnt das Gehirn, Gefahrenquellen zu unterscheiden. Sobald Babys mit dem Krabbeln beginnen, lernen sie, auf sie zukommende Gefahren zu erkennen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Universität Trondheim in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Naturwissenschaften. Sie beobachteten, wie Gehirn und Augen von 18 Babys im Alter von fünf, acht und elf Monaten auf herannahende Objekte reagieren. Dabei zeigte sich, dass das Gehirn
erst gegen Ende des ersten Lebensjahres die notwendigen Voraussetzungen entwickelt, um Gefahren differenziert wahrzunehmen.